TOM – Tag der offenen Moschee

Die islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland veranstalten seit 1997 jedes Jahr am 3. Oktober den bundesweiten „Tag der offenen Moschee“, kurz TOM. Mehr als 1.000 Moscheen – und somit mehr als ein Drittel aller Moscheen in Deutschland – bieten an diesem Tag Moscheeführungen, Vorträge und Ausstellungen an. Gleichermaßen gibt es die Möglichkeit, Informationsmaterialien zu erhalten. Das Wichtigste jedoch sind die wunderbaren Begegnungsmöglichkeiten, die jährlich von mehr als 100.000 Besuchern wahrgenommen werden.

Seit dem Jahre 2007 wird der Tag der offenen Moschee unter der Schirmherrschaft des Koordinationsrats der Muslime (KRM) mit einem gemeinsamen Motto organisiert. Das Motto 2015 an dem auch wir, die muslimischen Jugendverbände, mitgewirkt haben: Junge Muslime in Deutschland – Motiviert, engagiert, aktiv!

Ein Auszug aus der Broschüre zum TOM 2015, der weiter unten auch heruntergeladen werden kann:
TOM2015Die Moscheen in Deutschland werden von Außenstehenden zumeist auf Gebetsstätten reduziert. Jedoch werden seit Jahrzehnten unterschiedliche Bedürfnisse an die Moscheegemeinden in allen Bundesländern herangetragen. Die Moscheen versuchen diesen Aufgaben mit den vorhandenen Mitteln und Kräften gerecht zu werden.

Solcherlei Bedürfnisse waren und sind zum Beispiel die gemeinsamen Feiern, das gemeinsame Trauern, die religiöse und schulische Bildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie erfordern zusätzliche Räumlichkeiten und Fachpersonal.

Hier sind gerade junge Menschen gefragt, die in den Gemeinden bis heute bestimmte Verantwortungsbereiche und Aufgaben übernehmen. Neben der religiösen Bildung von Kindern und Jugendlichen entstanden durch ihren Einsatz vielfach auch Hausaufgabenbetreuungen und Schulnachhilfen. Diese und andere Bildungsangebote werden generell von jungen Frauen und Männern der lokalen Gemeinden organisiert. Hierbei folgen diese jungen Menschen unter anderem dem Beispiel von Prophetengefährten wie Musab bin Umayr (r) oder Aischa (r).

Zusätzlich zu den zahlreichen deutschsprachigen Angeboten finden viele Veranstaltungen auch in Arabisch, Türkisch oder Bosnisch statt. Hier können die Jugendlichen ihre sprachlichen und kulturellen Qualifikationen in den Dienst der Gemeinde stellen, indem sie die Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, sich in mehreren Sprachen und Kulturen gleichermaßen heimisch zu fühlen.

Mehrsprachigkeit ist ein echter Gewinn. Junge engagierte Muslime können ihren jüngeren Geschwistern dabei helfen, ihre Persönlichkeit und Lebenswelt in mehreren Sprachen auszudrücken. Diese Fähigkeit ist erforderlich, um sich anderen mitzuteilen, ganz im Sinne des Koranverses:

Zu Seinen Zeichen gehört auch die Schöpfung der Himmel und der Erde und die Verschiedenartigkeit eurer Sprachen und eurer (Haut-)Farben. Darin sind fürwahr Zeichen für die Wissenden. (Sure Rûm, 30:22)